Wie tickt die Generation Z?

Fabian und Kevin mit Brille lächeln

Die Generation Z oder auch Generation Zombie genannt, umfasst die Jahrgänge von 1994 bis 2010.
Einige dieser Generation sind heute demnach in den Startlöchern ihrer Karriere, kommen frisch ins Berufsleben oder drücken noch die Schulbank. 

Während manche dieser Generation bereits konkret wissen, wie sie die Welt gestalten möchten, sind viele auch ratlos und das nicht ohne Grund. Die Chancen sind vielfältig und tagtäglich verändert sich der Arbeitsmarkt.

Jenny ist im Jahr 2000 geboren. Heute ist sie 21 und weiß noch nicht so richtig, wohin mit sich.
Seit drei Jahren ist sie fertig mit ihrer Schullaufbahn und probiert sich durch ein paar Studiengänge durch. Durch ihre Eltern fühlt sie sich unter Druck gesetzt ein ordentliches Studium zu absolvieren, schließlich möchte Jenny ihre Eltern glücklich machen.
Jenny selbst sieht heute allerdings nicht die Notwendigkeit darin, ein Studium durchmachen zu müssen sondern möchte sich eigenständig weiterbilden.

Sebastian ist 26 und sieht das Ganze anders. Er möchte einen möglichst sicheren Weg wie seine Eltern. Eigentlich wollte er immer Philosophie studieren, nachdem allerdings sein Opa zu ihm meinte, dass man damit keine Brötchen verdienen könne, hat er sich dagegen entschieden. Jetzt studiert er BWL im Master und legt großen Wert darauf bald in ein großes Unternehmen übernommen zu werden. Am liebsten bleibt er dann lange im Unternehmen und steigt mit der Zeit einfach dort die Karriereleiter auf. 

Nina ist noch 16 und geht zur Schule. Sie weiß noch nicht genau, was oder wer sie sein möchte.
Sie hat das Gefühl, dass jeden Tag neue Berufswege geschaffen werden und der Arbeitsmarkt grundsätzlich im Wandel ist. Es beschäftigen sie Fragen, wie zum Beispiel, ob ihr Wunschberuf von heute auch in fünf Jahren existiert. Dabei hat sie Angst ihren gelernten Beruf in Zukunft nicht ausüben zu können. Das beunruhigt sie und führt zur Zukunftsangst. 

 

Die Welt im Wandel

Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.

Heraklit

Eins steht fest, die Welt verändert sich heute in einer rapiden Geschwindigkeit.
Erst recht sehen wir das hinsichtlich der Digitalisierung, der Folgen des Klimawandels und seit 2020 an den Veränderungen durch die Corona-Pandemie.

Wie optimistisch können die Gen Zs dann sein?
Zum Thema Angst fand die Deloitte Studie von 2019 folgendes heraus: „Nur 13% der deutschen Millennials und 14% der Generation Z hierzulande denken, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten künftig verbessern werden (gegenüber 26% weltweit). Und nur 10% der deutschen Millennials und 7% der Generation Z glauben, dass sich die politisch-soziale Situation verbessern wird (gegenüber 22% und 18% weltweit). Besonders die Sorge vor den Folgen des Klimawandels beschäftigt sie, stärker noch als Terrorismus, politische Instabilität und Krieg.“

Aus diesem Grund ist diese Generation gewillt etwas zu ändern und nicht umsonst entstammen kluge Köpfe wie Greta Thunberg aus dieser Menschengruppe. 

Einflüsse der Generation Z

Die Nachwuchskräfte wurden früh mit ihren Waffen ausgestattet: die Smartphones, die sie seit (teilweise) Kindesalter auf Schritt und Tritt begleiten. Sie sind im Schnitt zwei Stunden auf Social Media am Tag. Was zum Teil ziemlich beängstigend ist, ist, dass der Tag bereits mit einem Blick auf das Smartphone beginnt. Das zeigt die Studie von IDC; 80% der Smartphone Nutzer nehmen das Handy in den ersten 15 Minuten am Morgen in die Hand. Dabei haben viele Angst, etwas Wichtiges zu verpassen – die sogenannte FOMO (Fear of missing out) – und trotzdem sagt jeder Vierte, nachdem er Social Media genutzt hat, dass er denkt seine Zeit verschwendet zu haben.

Social Media bietet eine breite Vielfalt an Vergleichsmöglichkeiten. Bei Jenny ist das beispielsweise so. Da ihr Freund vor kurzem mit ihr Schluss gemacht hat und jetzt mit Charlotte zusammen ist, muss Jenny sich die Frage stellen: was hat sie, was ich nicht habe.
Es ist einfach, auf ihr Profil zu gehen und die eigenen Bilder mit ihren zu vergleichen. Dabei geht Social Media weit über Bilder hinaus.
Jenny sieht, wie viel Sport Charlotte macht, mit wem und wo sie essen geht und was sie täglich anhat. Der ständige Druck sich gegenüber anderen zu beweisen und auf Instagram zeigen, wie toll das eigene Leben ist, damit es nicht so wirkt, als wäre das eigene Leben langweilig, ist der Generation Z sehr präsent.

Wir vergleichen die innere Welt mit der äußeren Welt von anderen, dabei sehen wir nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit.
Realitätsverzerrung ist dadurch die Folge, die mit Unzufriedenheit einhergeht. „Instagram ist so etwas wie der Time Square für plastische Chirurgie“ sagt Dr. Alexander Hilpert und Snapchat-Dysmorphia ist unter anderem zum Beispiel ein Begriff unter dem verstanden wird, dass Schönheits-OP durchgeführt werden, um so auszusehen wie in den Filtern auf Snapchat.

Verrückte neue Welt.

Studien aus den letzten Jahren belegen zudem die negativen Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl bei einer starken Nutzung von Social Media.
Die Generationskinder suchen somit ihre Bestätigung durch Klicks, Likes und Follower und sind im Grunde nicht abgeneigt den hohen Preis beispielsweise in Form ihrer Privatsphäre zu zahlen. 

Die Gen Z wächst in einer Welt auf in der die Möglichkeiten nahezu unendlich sind.

Die Gen Z wächst in einer Welt auf in der die Möglichkeiten nahezu unendlich sind.
Sie sehen die Möglichkeit beispielsweise in einem Tag viral zu gehen, berühmt zu werden und als Influencer direkt durchzustarten.
Die Welt für diese Generation ist schnelllebig und von Geduld ist nicht viel zu spüren.
Durch den Zugang zu unbegrenzten Informationen lernt diese Generation schnell sich zu adaptieren und somit auch viel in kurzer Zeit machen zu wollen.
Ratgeber und Bücher über Erfolg werden gelesen und sie machen sich innerlich Druck, dort noch nicht anzukommen, wo andere bereits sind – oft nur um die Anerkennung von außen zu bekommen und/um etwas wert zu sein.

Diese Generation möchte gehört werden, ist risikobereit und möchte hinsichtlich Politik einiges ändern. Idealismus und politisches Engagement zeichnet diese Generation aus, so auch Eilers .
Fridays for Future, Christopher Street days und Einsatz für Diversity. Die Gen Z setzt einige Dinge bereits in Bewegung. 

Was die Generation Z im Job erwartet

„Millennials und die Generation Z sind in Zeiten radikaler Veränderungen in unserem täglichen Leben aufgewachsen. Diese Unsicherheit spiegelt sich in ihren Ansichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wider. Wenn wir wollen, dass diese jungen Generationen der Zukunft optimistischer entgegenblicken, müssen Unternehmen die für sie wichtigen Themen angehen – oder sie riskieren es, diese Talente an Unternehmen zu verlieren, die das tun.“

Nicolai Andersen

So drückt es Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte aus. 

In der Arbeitsfindung gibt es unterschiedliche Faktoren und individuelle Referenzen.
Vielen Angehörigen der Nachwuchskräfte ist Teamwork dabei ein sehr wichtiger Faktor bei der Jobsuche. Was bedeutet „Teamwork“?
Es ist ihnen wichtig in der Gemeinschaft etwas zu (er)schaffen. Sie haben begriffen, dass man allein nicht so schnell vorankommt, als in einer Gemeinschaft.

Es gibt auf der einen Seite die Gen Zs die ihre Stabilität und Sicherheit brauchen. Sie sehen den herkömmlichen Karriereweg vor sich, gehen entsprechend studieren und wünschen sich nach dem Masterabschluss einen stabilen, langjährigen Vertrag in einer möglichst großen Firma in der sie sich „hocharbeiten“ können. Es wird großen Wert auf Work-Life-Balance gelegt und Überstunden werden nicht gerne gesehen, wenn sie nicht das Gefühl haben für sich zu arbeiten.

Auf der anderen Seite gibt es die Menschen der Generation, die keinen so großen Wert auf Stabilität legt, sie ist risikobereit und möchte etwas erleben und dabei ihre eigenen Erfahrungen machen. Sie ist bereit mehr zu tun als andere und einen anderen Weg einzuschlagen.

Wie erreichen Marketer oder Recruiter diese Menschen am besten?
An Social Media führt an dieser Stelle heute kein Weg vorbei. Um diese junge und dynamische Generation zu erreichen, sollten Tiktok und Instagram-Kanäle bespielt werden.
Mit gutem Beispiel geht das das Startup aus Mannheim SNOCKS voran. Durch ein Tiktok-Video in dem die Vorteile eines Jobs bei SNOCKS übermittelt werden, wurden wahnsinnig viele Interessenten erreicht und der Bewerbungsprozess war absolut erfolgreich.

Die meisten dieser Generation können sich unter keinen Umständen vorstellen, jahrelang bei einer Firma zu bleiben. Sie wollen Abwechslung, neue Umfelder und vor allem die jungen Angehörigen dieser Generation: so viel lernen wie möglich.
Es kann eigentlich nicht schnell genug gehen.
Durch die Tatsache, dass sich die Arbeitsplätze von Tag zu Tag wandeln, ist unklar, wo die Reise mit dem Job, den die Gen Z ausüben möchte, hingeht. Um der generationsüblichen Zukunftsangst entgegenzuwirken ist es demnach beispielsweise förderlich längere Verträge auszumachen, um eine gewisse Sicherheit zu schaffen. Auch die zwischenmenschliche Sicherheit im Job und in der Tätigkeit, welche die/derjenige letzten Endes einnimmt, gilt es zu schaffen. In der Regel brauchen Gen Zs nämlich den Raum zum Lernen, da sie selbst viel zu jung sind, um alles zu wissen und zudem noch gar nicht richtig wissen, was ihr Karriereziel ist.

Die Herausforderung für Arbeitgeber ist es bei der Einstellung und Führung der Nachwuchskräfte, den Menschen in erster Linie zu betrachten. Auf der einen Seite Freiraum zu schaffen, auf der anderen eine gute Stütze und Anlaufstelle zu sein. Auf der einen Seite offen über Fehler sprechen und in die Konfrontation gehen zu können, auf der anderen aber auch den Gen Zs die Wertschätzung entgegenzubringen.
Auf der einen Seite standhaft sein und die ursprüngliche Herangehensweise beibringen, auf der anderen aber auch die Meinung dieser jungen Mitarbeiter hören.
Viele von ihnen sind schließlich frisch im Beruf. Sie wissen noch nicht, wie sie am besten agieren, oder ihre Arbeit verrichten.
Das kann als Nachteil gesehen werden, die andere Seite der Medaille ist allerdings die Chance, genau diese „Frischlinge“ für das eigene Unternehmen gezielt zu formen und entsprechend auszubilden. Zudem sind diese Mitarbeiter besonders weltoffen und sprudeln vor Ideen, die in erster Linie das Unternehmen nur bereichern können.

Selbstverständlich kann man nicht eine gesamte Generation pauschalisieren, doch teilen viele dieser Menschengruppe dieselben Ansichten was die Arbeitswelt angeht.

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